Diego Simeone: „Wenn jemand am Mittwoch nicht spielen will, kein Problem“

Atlético Madrid bräuchte kommenden Mittwoch im heimischen Estadio Vicente Calderón ein Wunder, um Real den Einzug ins Finale der Champions League doch noch streitig zu machen. © wikipedia.org/FDV vìa creative commons
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Atlético-Madrid-Trainer Diego Simeone sieht nach der überraschend klaren Hinspiel-Niederlage im Champions-League-Halbfinale gegen Real den Tatsachen ins Auge.

Für gewöhnlich springt er leidenschaftlich gestikulierend in der Coachingzone herum, als würde es ihn schmerzen, nicht mit seinen Spielern gemeinsam auf dem Platz stehen zu können. Ohne Unterlass treibt er seine Burschen an, peitscht sie nach vorne und zeigt von draußen auf die zu deckenden Räume in der Defensive.

Dienstagnacht war aber sogar bei Diego Simeone der Akku leer. Chancenlos war Atlético Madrid im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen den Erzrivalen Real gewesen, drei Tore des völlig losgelösten Cristiano Ronaldo im nahezu ausverkauften Bernabéu-Stadion bedeuteten wohl die Vorentscheidung um den Einzug ins Endspiel der Königsklasse.

Atlético-Pleite gegen Real: Simeone zwischen Optimismus und Ernüchterung

Gegenüber dem Fernsehsender Mega TV versuchte Simeone nach dem Spiel zwar, einen letzten Funken Optimismus zu versprühen („Ich sage meinen Spielern und allen Leuten, dass ich es nicht für unmöglich halte, das K.o.-Duell zu drehen.“), doch ein Satz aus der Kabine lässt erahnen, dass selbst beim nie aufsteckenden Argentinier der Glaube an das Wunder verschwindend gering ist.

„Wenn jemand am Mittwoch nicht spielen will, soll er sich melden. Das wäre kein Problem“, hatte Simeone unmittelbar nach der herben Niederlage in Chamartín zu seinen Schützlingen gesagt. Das verriet Atléticos Mittelfeldmann Koke im Interview mit dem Radiosender Cadena SER.

Koke: „Wir konnten ihnen heute nicht die Stirn bieten“

Tatsächlich fällt es nach dem am Dienstag Gesehenen schwer, Argumente zu finden, die für ein Wunder im Rückspiel am kommenden Mittwoch (20:45 Uhr, live auf ORF eins, ZDF, SRF zwei und Sky) im Estadio Vicente Calderón im Süden Madrids sprechen. Zu überlegen war Real am Dienstag, zu fragil die ansonsten bollwerkartige Atlético-Abwehr, die die Ausfälle von Juanfran, Šime Vrsaljko und José María Giménez nicht kompensieren konnte.

„Wir waren in der ersten Hälfte zu ungenau und haben keine drei Pässe an den Mann gebracht. Sie sind in Führung gegangen, haben dann sehr intelligent gespielt, Passwege zugestellt und Konter gefahren.“ – Koke

In der Offensive wiederum verpuffte praktisch jeder Versuch, Nadelstiche zu setzen. Jene Eins-gegen-Eins-Situation von Kévin Gameiro gegen Keylor Navas in der 18. Minute, welche der zuletzt wiederholt kritisierte Real-Torhüter bravourös meistern konnte, sollte die einzige nennenswerte Torchance der Gäste bleiben.

„Wir konnten ihnen heute nicht die Stirn bieten“, räumte Koke ein, der von einer „Nacht zum Vergessen“ sprach. „Wir waren in der ersten Hälfte zu ungenau und haben keine drei Pässe an den Mann gebracht. Sie sind in Führung gegangen, haben dann sehr intelligent gespielt, Passwege zugestellt und Konter gefahren.“

Das Derby, das Atlético doch noch Hoffnung gibt

Trotz aller Widrigkeiten, gibt es dennoch einen Strohhalm, an den sich Atlético bei der Hoffnung auf die „remontada“, also das Drehen des K.o.-Duells, klammern kann: „Wir haben ihnen schon einmal vier Tore im Calderón gemacht“, erinnerte Koke an ein Derby von vor über zwei Jahren. Am 7. Februar 2015 fertigten die Rot-Weißen den Lokalrivalen in der Primera División mit 4:0 ab, Koke selbst musste damals wenige Minuten nach Spielbeginn verletzt raus.

„Wir werden am Mittwoch mit Freude rausgehen und alles geben – für uns und für alle, die uns unterstützen. Wir werden um den Aufstieg kämpfen“, versprach der 25-jährige Nationalspieler.

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