Álvaro Negredo: Das 14-Millionen-Euro-Problem des FC Valencia

Der FC Valencia hofft, Schwerverdiener Álvaro Negredo noch im Sommer an den Mann zu bringen. © valenciacf.com/Lázaro de la Peña, wikipedia.org/Clément Bucco-Lechat vìa creative commons
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Der neue Valencia-Trainer Marcelino García Toral startet mit dem prestigeträchtigen Krisenklub Anfang Juli in die Vorbereitung. Neuverpflichtungen ziehen sich, doch auch aktuelle Kaderspieler, allen voran Topverdiener Álvaro Negredo, bereiten Kopfzerbrechen.

Zwei Saisonen in Serie nicht unter den Top Ten der Primera División klassiert, ein Stadion-Rohbau, der seit über acht Jahren aus Geldnot im Nordwesten der Stadt brachliegt, und das Image eines Chaos-Klubs, der innerhalb der vergangenen fünf Jahre nicht weniger als 14 Trainerwechsel durchlebt hat. Der FC Valencia hatte definitiv schon bessere Zeiten.

Mit dem neuen Coach Marcelino García Toral soll endlich wieder Ruhe und Kontinuität einkehren, doch der 51-Jährige sieht sich einer Mammutaufgabe gegenüber, will er den abgestürzten Traditionsverein wieder zu altem Glanz führen.

FC Valencia: Drei Abgänge bereits fix

Am 3. Juli starten die ‚Fledermäuse‘ in die Vorbereitung, die Kaderplanung für die neue Saison ist indes schon jetzt voll im Gange. Allerdings zieht es sich. „Der Markt ist kompliziert, für Zu- und Abgänge“, klagt Generaldirektor Mateu Alemany.

Marcelino sei laut Marca wiederum klar, dass zumindest jene sieben Spieler, die vergangene Saison leihweise an andere Vereine abgegeben waren, in seinen Überlegungen keine Rolle spielen. Für die Torhüter Yoel Rodríguez (Wechsel zu Eibar) und Mathew Ryan (Brighton & Hove Albion) sowie für Flügelstürmer Pablo Piatti (Espanyol Barcelona) wurden bereits Abnehmer gefunden, bei den restlichen vier wird noch nach Lösungen gesucht.

Álvaro Negredo: Valencias teuerster Kaderspieler auf dem Abstellgleis

Während die Gehälter der aussortierten Nando, Rúben Vezo und Vinícius Araújo keine nennenswerte Belastung darstellen, bereitet die Personalie Álvaro Negredo der Finanzabteilung des Vereins durchaus Kopfzerbrechen. Der ehemalige Nationalstürmer soll Valencia laut Marca zwischen 13 und 14 Millionen Euro pro Jahr kosten, beim Neo-Trainer steht der teuerste Kaderspieler aber auf dem Abstellgleis.

Negredo war während der abgelaufenen Saison an den FC Middlesbrough verliehen und erzielte für den Premier-League-Absteiger immerhin zehn Pflichtspieltore. Valencia will den 31-jährigen Madrilenen auf jeden Fall loswerden, die geforderten zehn Millionen Euro Ablöse sollen von den Vorstellungen potentieller Interessenten jedoch weit entfernt sein.

Estadio Mestalla: Das Revier der 'Fledermäuse'
Die altehrwürdige Spielstätte liegt mitten in der 800.000-Einwohner-Stadt, keine zwei Kilometer Luftlinie vom historischen Zentrum entfernt. © valenciacf.com/Lázaro de la Peña
Ein Stadion voller Tradition
Eröffnet wurde das "Camp del València", wie die Arena offiziell in valencianischer Sprache heißt, bereits 1923, mit einem Freundschaftsspiel gegen den Stadtrivalen Levante. Am 14. Oktober 1957 wurde es durch die große Flut des Turia-Flusses in Mitleidenschaft gezogen. Der Wasserstand im Stadion erreichte über vier Meter. Für die Stadt war die Überschwemmung verheerend. Für die WM 1982 in Spanien wurde das Mestalla-Stadion dann umfassend renoviert. © valenciacf.com/Lázaro de la Peña
Anstrich in den Klubfarben
Ihr heutiges Aussehen verdankt die Spielstätte einer weiteren Adaptierung vor zweieinhalb Jahren. Damals wurden die bis dahin lichtblauen Tribünen in den Klubfarben schwarz-orange gestrichen, was den ohnehin schon immens steilen Tribünen noch mehr an Eindruckskraft verliehen hat. © valenciacf.com/Lázaro de la Peña
¡Bienvenido a Mestalla!
Nun heißt eine gigantische Fledermaus - das Wappentier des Klubs - die Mannschaften willkommen, wenn diese von den Katakomben unter der Haupttribüne auf das Spielfeld schreiten. © valenciacf.com/Lázaro de la Peña
Baufällig
So beeindruckend Mestalla auf den ersten Blick aussieht, so baufällig präsentiert sich die Arena bei genauerem Hinschauen. Wie bei vielen anderen spanischen Stadien, zeigt auch die Bausubstanz von Mestalla Verschleißerscheinungen. © lochpass.at/David Mayr
Erfolge
Sieht man der aktuellen Truppe der "Fledermäuse" auf die Beine, mag man kaum glauben, dass sie für einen der erfolgreichsten Klubs Spaniens spielt. Dieses Plakat entlang des Tribünenaufgangs legt Zeugnis der größten Triumphe des Vereins ab. Darunter sechs spanische Meistertitel, sieben Erfolge in der Copa del Rey ein Triumph im UEFA-Cup sowie zwei im Europäischen Supercup. © lochpass.at/David Mayr
"Majestätische Erscheinung"
Seit der letzten Renovierung zeigt sich das Mestalla-Stadion laut Klub-Website in einer "majestätischen Erscheinung". Besonders imposant sind die steilen Tribünenränge, wodurch die Fans noch näher am Spielgeschehen sind. 55.000 Zuschauer finden in der eng gebauten Arena Platz. © valenciacf.com/Lázaro de la Peña
Der Schachzug des Rafa Benítez
Nun werfen wir einen Blick in die Katakomben des Stadions. Seine bisher letzte große Ära erlebte der FC Valencia unter Trainer Rafael Benítez Anfang bis Mitte der 2000er-Jahre. Bevor der Madrilene im Juli 2001 das Traineramt übernahm, war die Kabine der Heimmannschaft umgebaut und luxuriös ausgestattet worden. Der neue Coach ließ die Möblierung bei seinem Amtsantritt allerdings gleich wieder ausbauen und in die Kabine der Gäste verfrachten. Seine Spieler sollten vor dem Match konzentriert und fokussiert und nicht relaxed sein. © lochpass.at/David Mayr
Gläubig
Auch gibt es im Mestalla-Stadion eine kleine Kapelle, eine Parallele zum Camp Nou des FC Barcelona. Über die Kabine des FC Valencia wacht außerdem diese Marienstatue. © lochpass.at/David Mayr
Berühmte Zitate
Im Pressesaal von Mestalla zieren legendäre Zitate dreier Trainergrößen Valencias die Wand. "Wir haben etwas sehr Wichtiges erreicht. Die Titel sind da, aber vor allem haben wir es geschafft, der Mannschaft Stolz und Siegermentalität zu geben", sagte etwa der bereits erwähnte Rafael Benítez. © lochpass.at/David Mayr
Zwischenlösung
So großartig das Mestalla in seinem schwarz-orangen Anstrich mitten in Valencia auch aussieht, es handelt sich dabei eigentlich nur um eine Zwischenlösung. 2007 wurde im Nordwesten der Stadt mit dem Bau einer neuen, topmodernen Arena begonnen, zwei Jahre später waren die Arbeiten wegen Geldmangels aber wieder eingestellt. © valenciacf.com/Lázaro de la Peña
Warten auf Nou Mestalla
Nun soll das neue Mestalla endlich weiter - und bis 2020 fertiggebaut werden. Bis dahin gehen die 'Fledermäuse' an ihrer alten Wirkungsstätte auf Beutejagd. © valenciacf.com/Lázaro de la Peña

 

In jedem Fall wird der bullige Mittelstürmer für den Klub aus Mestalla zum Verlustgeschäft. Seit seinem 28-Millionen-Transfer von Manchester City nach Valencia vor zwei Jahren sind Marktwert und Torquote rapide nach unten gerasselt. Nun kann Negredo auf Zeit spielen. Sein Vertrag bei den ‚Fledermäusen‘ läuft noch bis 2019 und ein derart gut dotiertes Arbeitspapier dürfte er im Herbst seiner Karriere – zumindest in Europa – nicht mehr angeboten bekommen.

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