Real-Madrid-Star Luka Modrić skeptisch: „Für mich ist das kein Fußball“

Der Videobeweis dürfte im Fußball noch für viel Gesprächsstoff sorgen. © pixabay.com/JosepMonter
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Real Madrid steht nach einem 2:0-Sieg über Club América aus Mexiko im Finale der Klub-WM. ‚Man of the Match‘ Luka Modrić freut sich über das Weiterkommen, hält aber nichts vom Videobeweis.

Im Grunde wird die Klub-WM, bei der sich Mitte Dezember die Gewinner der wichtigsten Vereinswettbewerbe der Kontinente den Titel ausspielen, in Europa nur rudimentär wahrgenommen. Zum einen findet das Turnier stets außerhalb des ‚alten Kontinents‘ statt, außerdem sind die meisten nationalen Ligen währenddessen im Gange.

In diesem Jahr sorgte die Klub-WM in Japan allerdings für eine mit Spannung erwartete Premiere: Erstmals kam im Fußball der Videobeweis zum Einsatz. Dabei ist ein weiterer Schiedsrichter, der das Spiel vìa Bildschirm verfolgt, mit dem Hauptreferee per Headset verbunden und kann diesem bei strittigen Entscheidungen beratend zur Seite stehen.

Videobeweis: Viktor Kassai mit der Premiere im Fußball

Eine Zeile in den Annalen der Fußballgeschichte hat seit dem 14. Dezember 2016 Viktor Kassai sicher. Der ungarische Schiedsrichter ließ im ersten Halbfinale zwischen Atlético Nacional aus Medellín in Kolumbien und Kashima Antlers aus Japan nach einem vermeintlichen Foul im Strafraum erst weiterspielen, wurde dann aber vom Kollegen am Bildschirm zu sich gerufen. Nach Studium des Bildmaterials revidierte Kassai seine Entscheidung und pfiff Elfmeter für Kashima. Kassai ist damit der erste Schiedsrichter im Fußball, der auf Basis des Videobeweises entschied. Das Spiel gewannen schließlich die Japaner klar mit 3:0.

Auch im zweiten Halbfinale zwischen Club América und Real Madrid hatte der Video-Schiri seinen Auftritt. Erst ließ sich Spielleiter Enrique Cáceres aus Paraguay in Hälfte eins die Abseitsposition Karim Benzemas bei einem Treffer des Franzosen bestätigen, in der Nachspielzeit der zweiten Hälfte sorgte der Videobeweis dann allerdings für gehörige Verwirrung: Erst erkannte Cáceres Cristiano Ronaldos Tor zum 2:0 für die Madrilenen auf Anraten des Kollegen ab und machte sich auf den Weg, die Wiederholung der Aktion auf dem Bildschrim zu kontrollieren. Während die Mexikaner schon den Freistoß ausführen wollen, erklärte Cáceres Ronaldos Treffer dann doch für gültig.

Luka Modrić‘ Absage an den Videobeweis

Die Aufregung um den Videobeweis, der bei dieser Klub-WM dem Härtetest unterzogen wird, ist groß. Während sich einige über mehr Gerechtigkeit im Sport freuen und die Schiedsrichter nach vielen, teils gravierenden Fehlentscheidungen hoffen, damit aus der Schusslinie zu kommen, können andere mit der Neuerung nur wenig anfangen.

„Es ist eine neue Erfindung, langsam und sorgt für viel Verwirrung.“ – Luka Modrić

„Es ist eine neue Erfindung, langsam und sorgt für viel Verwirrung“, ist Reals Mittelfeldspieler Luka Modrić, der zum besten Spieler der Partie gegen América gewählt wurde, wenig begeistert. „Wenn ich ehrlich sein soll, hoffe ich, dass das nicht weiterverwendet wird. Für mich ist das kein Fußball.“

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